"Asozial" - Staffel 1

Folge 1.1. - Folge 1.7.

Folge S1.F1. - "Pilot"

Created with Sketch.

ERSTE FOLGE - PILOT

 

AUFBLENDE

 

INNEN – SUPERMARKT - NACHMITTAG

 

Patrick Fuchs, 25 Jahre alt, mit kurzem braunen Haar und trainiertem Körper. 

Verkrampft sitzt er an einer Supermarktkasse und reibt seine Hände durch den struppigen Dreitagebart.

Aller 5 Sekunden schaut er nervös auf seine Armbanduhr und dann wieder zur Eingangstür des Ladens.

Wie aus dem nichts schlägt ihm eine große behaarte Hand 

auf die Schulter.

 

Patrick dreht sich erschrocken um.

 

Patrick:
(hektisch) 
Ich war´s nicht, sie haben überhaupt keine Beweise.
(schaut in das verwunderte Gesicht seines Chefs)

 

Herr Schwarz - ein beleibter, glatzköpfiger, sympathisch dreinschauender Mann mittleren Alters.

Auf seinem Namensschild steht groß und in roter Schrift „Teamleiter Schwarz“.

 

Schwarz:
(besorgt) 
Herr Fuchs was haben sie? 
Geht es Ihnen nicht gut?
 
Patrick:
(erleichtert) 
Alles in Ordnung Herr Schwarz, ich habe nur ein wenig Bauchschmerzen.
 
Schwarz:
Sie können ruhig eher Schluss machen, wenn sie wollen. 
Ich rufe schnell eine Aushilfe her und sie kurieren sich richtig aus. Einverstanden?
 
Patrick:
(abwiegelnd) 
Nein, nein, alles gut. Ich muss bleiben, sie wissen doch ohne mich geht hier nichts. Mir geht es auch schon viel besser.
Ich hab´ bestimmt bloß etwas Falsches gegessen.
 
Schwarz:
Gut aber nicht, dass sie es übertreiben, ich kann doch nicht meinen besten Mann verlieren.


Er hebt seinen Daumen, zögerlich hebt Patrick seinen ebenfalls.

 

Schwarz:
Ach, Herr Fuchs was ich noch sagen wollte, wenn sie diesen Monat die Miete nicht zahlen können, ist das auch kein Problem. Ich kenne doch die finanzielle Situation von ihnen und ihrem Bruder.
Zahlen sie einfach, wenn sie beide wieder flüssig sind.
 
Patrick:
Ich weiß das echt zu schätzen, danke Herr Schwarz.
Sie sind der beste Vermieter und Chef der Welt.
 
Schwarz:
Was macht denn ihr Bruder David eigentlich beruflich?
Will er nicht mal hier anfangen? Ich hätte noch ne´ Stelle frei.
 
Patrick:
(überlegt) 
Nein, er hat sich da so ne´ todsichere Sache ausgedacht, da kommen wir schnell an viel Geld und vielleicht wird sogar keiner verletzt.
 
Schwarz:
(lächelt) 
Besser als kriminell zu werden.

 

Nach diesem Satz stürmt ein Mann mit schwarzer Sturmmaske den Laden.

 

Bewaffneter Mann:
(brüllt rum) 
Alle auf den Boden und wehe einer löst den verdammten Alarm aus.

 

Im ganzen Laden sind eigentlich nur Herr Schwarz und Patrick.

Alle 3 schauen sich hilflos an. Peinliches Schweigen.

Um das Schweigen zu durchbrechen, stößt der Bewaffnete einen Aufsteller mit Süßigkeiten um.

 

Schwarz:
(ängstlich) 
Wir haben gar keinen Alarm den ich auslösen könnte und warum haben sie das umgeschmissen, dass dauert Stunden sowas aufzubauen.
 
Mann:
(kommt mit der Waffe näher) 
Schnauze Fettsack, ich habe dich nicht nach deiner Lebensgeschichte gefragt und jetzt leg dich auf den Boden.
(schaut zu Patrick und zielt auf ihn) 
Los du da Patri...ähh Kassierer, mach den verdammten Laden zu.

 

Patrick verdreht die Augen und verschließt dann umgehend das Geschäft, mit Hilfe einer elektronischen Zahlenkombination. Keiner kommt mehr rein oder raus.

 

Mann:
(gibt Herr Schwarz einen Tritt) 
Aufstehen und mach den Tresor auf.
 
Schwarz:
Warum sollte ich mich dann erst hinlegen? Das ist alles ziemlich willkürlich hier.
Außerdem habe ich den Schlüssel nicht.
 
Mann:
(schaut zu Patrick leicht besorgt) 
Stimmt das?
 
Patrick:
(scheinheilig) 
Was fragen sie mich das Herr Gangster?
(mit Nachdruck) 
Ich kenn sie doch überhaupt nicht.
 
Mann:
(flüsternd in Patricks Richtung) 
Ich bin´s doch, Dave, dein Bruder, wir wollten das Ding doch heute durchziehen, oder nicht?
 
Patrick:
(geht zu ihm und boxt ihn auf die Schulter)
Ja, aber keiner sollte merken, dass wir 
zusammenarbeiten du Vollidiot. Jetzt weiß er wer du bist.

 

Dave zieht seine Maske ab. Er ist kräftiger gebaut als sein kleiner Bruder. Er hat schwarze Haare und blonde Strähnen.

Er hat ebenfalls einen Dreitagebart.

 

David:
(schmeißt die Maske weg) 
Der Plan war eh dumm.
 
Patrick:
Du bist dumm. 
(geht sich genervt durch die Haare) 
Und was machen wir jetzt mit ihm?
(zeigt auf Herr Schwarz)
 
Schwarz:
(beruhigend) 
Lasst mich einfach gehen. Wir können die Sache doch einfach vergessen und ihr dürft weiterhin bei mir wohnen.
Na, wie klingt das? Alles vergeben und vergessen?

David:
(drohend) 
Wissen sie was unser geisteskranker Vater immer zu sagen pflegte?
Kein Zeuge ist besser als ein Zeuge.
(zieht seine Waffe) 
Was so viel heißt wie… 

 

Patrick geht dazwischen.

 

Patrick:
Hey, warte. Wir haben gesagt, dass wir keinen umbringen. 
Du wirst echt immer mehr wie unser Vater.

 

Dave hält nach dieser Bemerkung, Patrick die Waffe direkt vors Gesicht.

 

David:
Nimm das sofort zurück. Ich bin nicht wie er, 
er war ein gestörter Psychopath.
 
Patrick:
(ganz ruhig) 
Solange du mit der Waffe vor mir herumfuchtelst, werde ich gar nichts zurücknehmen.
 
 David:
(zieht den Abzug nach hinten und brüllt) 
Los sag es.

 

Herr Schwarz sieht seine Chance und will heimlich fliehen. 

Doch David bemerkt das sofort und zielt auf ihn.

 

David:
Wo soll´s denn hingehen?
 
Schwarz:
(verängstigt) 
Das Geld für euch holen?
 
David:
(nimmt die Waffe besänftigt runter) 
Oh gut, dann geh.

 

Herr Schwarz will weiterlaufen.

 
Patrick:
(kann es nicht fassen) 
Was soll das, bist du bescheuert? 
Herr Schwarz sie bleiben hier.

 

Herr Schwarz kommt zurück.


Patrick:
(schaut sich um)
Lass mich überlegen, wie wir hier sicher aus der Sache rauskommen.
 
Herr Schwarz:
Hey Jungs, hört doch einfach auf damit. 
Bis jetzt wurde noch niemand verletzt.
Ihr habt doch beide einen Job, das ist es nicht wert. 
(zeigt auf David) 
Du Dave, dein Bruder hat mir vorhin erzählt, dass du einen todsicheren Plan hast, um an Geld zu kommen. 
Warum willst du das alles durch das hier aufs Spiel setzten?

 

Patrick und Dave schauen ihn zweifelnd an.

 

Herr Schwarz:
(versteht es nun auch) 
Aha, dieser Überfall hier ist der Plan gewesen. 
(lacht) 
So todsicher war der aber wohl doch nicht.
 
Patrick:
(laut) 
Halten sie die Klappe Schwarz. Mein Plan war perfekt. Das einzige was ich nicht berechnen konnte war 
(schlägt Dave auf die Brust) 
seine Idiotie.
 
David:
Jetzt bin ich wieder an allem schuld, na klar doch.
 
Patrick:
Ja, natürlich du. Du solltest nur mit Tobias hier reinkommen und... (schaut sich um)
Apropos, wo ist Tobi überhaupt?
 
David:
Der hatte schlimmen husten und konnte nicht kommen.
 
Patrick:
(schüttelt den Kopf) 
Ich fass es nicht, das ist doch keine verdammte Mathe-Klausur. Wegen husten?
 
David:
(rechtfertigend) 
Er hatte auch Schnupfen.
 
Patrick:
(wütend) 
Das ist mir doch so scheißegal.

 

Eine Putzfrau kommt plötzlich aus dem Lager mit einem Wischeimer in der Hand. Sie hat sich ihre schwarzen verfilzten Haare zu einem Zopf zusammengebunden. Ihr Gesicht ist voller Falten. Sie kommt langsam angelaufen und bemerkt vorerst gar nicht, was um sie herum geschieht.

 

Herr Schwarz:
Oh. Hallo Frau Rensch.
 
Patrick:
(kann es nicht fassen) 
Na Klasse, noch mehr Zeugen.
 
Frau Rensch:
(schaut auf die Waffe) 
Wollt ihr beide hier einen Überfall durchziehen?
 
David:
(versteckt seine Waffe)
Nein. Wir diskutieren nur ein paar Personalentscheidungen.
 
Frau Rensch:
Dann eben nicht. Aber wir wollen das.

 

Hinter ihr tauchen 2 Männer auf, ebenfalls mit Sturmmaske und ganz in schwarz gekleidet.

 

Frau Rensch:
(zu den Maskierten) 
Ihr fesselt die beiden Schwuchteln und Herr Schwarz kommt mit mir ins Büro.
 
David:
Schwuchteln?
 
Patrick:
(zu Dave) 
Siehst du, so geht das, niemand zieht seine Maske ab.
 
David:
Ach, leck mich doch. Du bist an allem schuld. 
Was ist das auch für ein Scheißplan, in einem Supermarkt zu klauen? Hier gibt es eh kaum Kohle.
 
Patrick:
Ach ja? Du hattest vor einen Totengräber zu bestehlen. 
Das ist wohl viel besser?
 
David:
(besessen) 
Der hat bestimmt unzählige Schätze von den Toten in seinem Schuppen gebunkert.
 
Patrick: 
Du hast völlig falsche Vorstellungen was ein Totengräber überhaupt macht, hab ich das Gefühl.
 
David:
(nickt) 
Doch, er bestiehlt Tote und dann verbrennt er sie.
 
Patrick:
(nimmt sich eine Dose mit Erbeneintopf) 
Du bist so bescheuert.
(wirft sie David an den Kopf)

 

Die beiden Brüder wollen aufeinander losgehen, werden aber von den 2 maskierten Gehilfen der Putzfrau überwältigt und an Händen und Füßen gefesselt. 

 

15 Minuten später

 

Herr Schwarz und Frau Rensch kommen lachend mit vollen Reisetaschen aus dem Büro.

Pat und Dave schauen sie verwundert an.

 

Schwarz:
Frau Rensch hat echt alles bis ins letzte Detail geplant. Alle werden denken, dass ihr den Markt ausrauben wolltet und wandert dafür in den Bau.
 
Patrick:
(entsetzt) 
Was? Wie?
 
Schwarz:
Als ihr vorhin den Laden zugemacht habt wurde automatisch ein Signal an unser Zentrallager geschickt. Wenn dann nicht innerhalb von 30 Minuten der Laden wieder geöffnet wird, wird die Polizei alarmiert und die taucht in ca. 5 Minuten hier auf und wird euch vorfinden.
Hier raus kommt man nur noch durch den Notausgang und den einzigen Schlüssel dafür habe ich. Ihr seid die Ratten in der Falle.
 
Patrick:
Aber die Polizei wird auch wissen wollen, wie sie entkommen sind?
 
Schwarz:
Ich konnte fliehen als ihr beide damit beschäftigt wart, euch mit Doseneintopf zu bewerfen.
 
David:
Damit kommt ihr niemals durch!
 
Patrick:
Woher wusstet ihr, dass wir das hier durchziehen wollen?
 
Frau Rensch:
Euer Freund Tobi konnte seine Klappe nicht halten. Mein Sohn ist ein guter Freund von ihm und dem hat er den ganzen Plan ausführlich erklärt.
 
David:
(voller Hass) 
Wenn ich den das nächste Mal sehe, hau ich ihm direkt auf die Fresse.
 
Schwarz:
Man sieht sich Jungs. Übrigens den Mietvertrag von euch habe ich gekündigt, ihr werdet die nächsten Jahre ja sowieso mietfrei im Knast einsitzen. Dann ist wenigstens die ganze Familie Fuchs wiedervereint und im selben Bau.
(lacht) 
Im Fuchsbau versteht ihr? Weil euer Nachname Fuchs ist.
(lacht weiter)
 
Frau Rensch:
Wir haben es verstanden, du großer Witze Erzähler und jetzt raus hier bevor die Bullen aufkreuzen.

 

Frau Rensch, Herr Schwarz und ihre Komplizen verlassen den Laden.

Kurze Zeit herrscht Stille.

 

David:
Ich hab Hunger und muss aufs Klo.

 

Patrick reagiert nicht.

 

David versucht mit seinen Füßen an den Doseneintopf heranzukommen.

 

David:
Ich glaub ich komme ran.
 
Patrick:
Hoffentlich ist die Polizei gleich da.

 

AM SELBEN ABEND – 22 UHR

 

Neben David auf dem Boden liegt die Dose Eintopf völlig verbeult, aber immer noch zu.


Patrick:
Warum kommen die nicht? Ich versteh das nicht. Dave?
(schaut zu Dave, welcher schläft)
(schreit ihn an) 
David ich hab die Dose aufbekommen!
 
David:
(wacht auf)
Was? Her damit, ich hab´ die ganze Vorarbeit geleistet.
(schaut die Dose angewidert an)
Du kotzt mich an.

 

Sirenen ertönen und Blaulicht scheint durch die Schaufenster.

 

INNEN - POLIZEIREVIER – VERHÖRRAUM - NACHT

 

Patrick und David sitzen an einem kleinen Tisch.

Beide sind total fertig.

 

David:
Hoffentlich kommen wir heil aus der Sache raus.
 
Patrick:
Wenn wir einen toleranten Bullen kriegen vielleicht.

 

In diesem Moment betritt der BKA-Profiler Felix Linaschke das kleine Zimmer. Er ist recht schlank, jedoch körperlich topfit.

Er trägt einen kurzen Militärhaarschnitt. Seine Augen sind blau und durchdringend.

 

Linaschke:
Abend. Ich bin BKA Profiler Felix Linaschke, eigentlich sind Kleinkriminelle wie ihr nicht mein Bereich, aber letzte Woche habe ich aus Versehen einen unschuldigen Informanten tagelang gequält und dann umgebracht. Das war zwar nicht wirklich geplant, aber ich war mir zu 20 Prozent sicher, dass er trotzdem etwas wusste.
 
David:
20 Prozent sind aber nicht gerade viel.
 
Linaschke:
(verärgert) 
Das entscheide immernoch ich. Also was weißt du schon? Du bist nur ein Nichtsnutziger Ganove. 
(beruhigt sich wieder)
Darum wurde ich zu dieser eher ruhigen Arbeit abkommandiert, bis ich bei meinem psychologischen Gutachten nicht mehr den Status: „Leicht reizbarer, emotionaler, brutaler und ungerechter Weltverbesserer, mit Drang zum Menschenhass“ habe.
(schlägt auf den Tisch)
Also sagt mir jetzt sofort, warum ihr diesen Laden ausrauben wolltet, euch selbst aussperrt, euch an einem Doseneintopf vergeht und warum du 
(zeigt auf David) 
dir in die Hosen gemacht hast?

Patrick:
Wir haben doch schon gesagt das, dass mein Chef Herr Schwarz und die Putzfrau Frau Rensch waren.
 
Linaschke:
Genau, der nette Familienvater und die schüchterne Putzfrau rauben den Laden aus und dann geben sie euch eine Waffe und ihr solltet darauf eure Fingerabdrücke hinterlassen. Was für Märchen wollt ihr mir hier auftischen Gebrüder Grimm?
 
Patrick:
(energisch)
Wir waren es nicht, ehrlich. Wir sind unschuldig.
 
Linaschke:
(schaut in die Akten der Beiden)
Ihr seid doch die Söhne von Roland Fuchs? Richtig?
 
David:
Ja, leider.
 
Linaschke:
Ich erklär euch das mal so. Ich habe euren verrückten Vater jahrelang gejagt. Er war mir ewig einen Schritt voraus, doch eines schönen Tages hab ich ihm dann doch das Handwerk gelegt. Darum wäre es für mich eine Genugtuung, auch seine verdorbene Brut hinter Gitter zu bringen. Ihr seid so schuldig wie O.J.
 
David:
Ich dachte der wäre unschuldig.
 
Linaschke:
(laut) 
Ich hab dir keine Frage gestellt.
(macht sich eine Zigarette an)
Na gut, dann besorg ich mir mein Geständnis halt anders.

 

In diesem Moment kommt ein junger, schlanker Polizist ins Zimmer.

Sein Name ist Sasha Bück. Er ist 19 Jahre alt, hat mittellanges blondes Haar und ein lockeres und cooles Auftreten.

 

Sasha:
Jo Linaschke, wir haben soeben die Putzfrau und noch so ‘nen fetten glatzköpfigen Typen aufgegriffen.
Sie wurden an der Grenze nach Österreich vorsorglich in Gewahrsam genommen.  Also lass die beiden laufen, Alter.
 
Linaschke:
Können sie sich nicht einen anderen Ton angewöhnen?
 
Sasha:
Sie wissen was der Chef gesagt hat, ich bin ihr Vorgesetzter, also nein, kann ich nicht und lassen sie die beiden Witzfiguren frei.
 
Linaschke:
(unterdrückt seine Wut)
Geht klar.
 
Sasha:
Linaschke, bevor ich es vergesse sie müssen noch den Penner befragen, der sich am ganzen Körper mit Fäkalien eingeschmiert hat. 
(verzieht sein Gesicht) 
Ich finde den widerlich, weil er auch ständig alle umarmen muss.
 
Linaschke:
(will intervenieren) 
Aber…?
 
Sasha:
Nichts aber und ziehen sie sich Handschuhe an.
 
Linaschke:
Verstanden Herr Bück.
 
Sasha:
(zu Patrick und Dave)
Ihr seid frei Jungs.
 
Linaschke:
(leise, aber böse)
Ich hab euch im Auge. Versprochen, ich krieg euch noch.
 
Patrick:
(überheblich) 
Geht klar gefallener Stern, man sieht sich hoffentlich nie wieder.

 

David und Patrick verlassen den Raum. Linaschke schaut beiden wütend nach.

 

David:
(auf dem Weg nach draußen)
Was machen wir jetzt Pat? Wir sind obdachlos.
 
Patrick:
Ich hab da ne´ Idee.

 

INNEN – TREPPENHAUS - NACHT

 

Patrick und Dave klingeln an einer Tür.

Die Tür wird von einem Transvestiten geöffnet.

 

Transvestit:
Es ist 3 Uhr morgens? Wie kann ich euch helfen?
 
Patrick:
(zögerlich) 
Tja wir sind auf der Suche nach einer Wohnung.
 
Transvestit:
Kein Problem kommt rein, ich mach uns ein paar Margarithas.
 
David:
Nein nein, dass ist nicht nötig, wir ziehen eine Wohnung weiter oben ein bei unserem Freund Tobi. Wir wollten eigentlich nur wissen ob sie wirklich einen Penis haben.

 

Der Transvestit schlägt wütend die Tür zu.

 

David:
Das heißt dann wahrscheinlich nein.
 
Patrick:
War es dir das jetzt wirklich wert?
Lass uns hoch gehen, ich bin müde.

 

Oben angekommen klingeln sie an der Tür von Tobias Rheim.

Dieser öffnet die Tür.

Tobias Rheim, ein minderbemittelter junger Mann Mitte 20 öffnet zögerlich die Wohnungstür. Er hat 2mm kurze schwarze Haare und ein Augenbrauenpiercing. 

 

David stößt die Tür auf, stürzt sich auf Tobias und schlägt auf ihn ein. Patrick schaut eine Weile zu.

 

David:
Das ist dafür, dass du unseren Plan weitererzählt hast.
Wegen dir waren wir fast im Knast.
 
Patrick:
So das reicht jetzt. 
(zieht die beiden auseinander)
Du hast ihm genug zugesetzt.

 

Alle atmen durch, dann geht Patrick auf Tobias los.

 

Patrick:
Du hast uns um mindestens 5000 Euro gebracht, bloß weil du dein dummes Maul nicht halten konntest. 
Außerdem hieltest du es noch nicht einmal für nötig uns zu helfen. 
Wir sollten dich eigentlich sofort kalt machen, doch dummerweise brauchen wir dich noch.
 
Tobias:
Wofür denn? Sex? Bitte nicht.

Patrick:
(außer Atem) 
Dafür hättest du gleich noch eine verdient.
Aber nein, wir müssen bei dir einziehen.
 
Tobi:
(schaut sich um) 
Hier? Bei mir? Das ist ne´ Einraumwohnung.
 
Patrick:
Nur zum Übergang bis wir wieder Kohle haben.
 
Tobi:
Dann zieht ihr ja niemals aus.
 
Patrick:
Vertrau mir, spätestens in einer Woche sind wir weg.

 

Einen Monat später.

 

INNEN – TOBIS WOHNUNG - NACHMITTAG

 

Tobi, Patrick und David sitzen in der Wohnung und spielen Gameboy.

David spielt, Patrick und Tobi schauen zu.

 

Patrick:
Los, springen.
 
Tobi:
Da hinter dir.

 

Ein Geräusch ertönt und der Gameboy geht aus.

 

David:
Die Batterien sind schon wieder alle!
Hast du noch mehr, Tobi?
 
Tobi:
Wir haben innerhalb der letzten paar Tage um die 100 Batterien verbraucht.
 
David:
(schmeißt den Gameboy weg) 
Ich hab doch gleich gesagt wir sollten uns lieber einen Netzstecker kaufen.
 
Tobi:
Bist du wahnsinnige, die sind viel zu teuer.
 
Patrick:
Die Batterien waren demnach also kostenlos?
 
Tobi:
So lass ich nicht mit mir reden. 
(setzt sich beleidigt weg)

 

David steht auf und legt eine Blu-ray in den Player ein, ein Porno geht los.

 

Patrick:
Was soll das jetzt, du Spritzer? Vergiss es ganz schnell, solange wir hier sind, spielst du nicht an deiner Möhre rum.
 
David:
Ihr könnt ja draußen warten.
 
Patrick:
Nein!
(will den Fernseher ausschalten)
 
David:
Das lässt du schön bleiben.
(springt ihn an)

 

Beide prügeln sich und Tobi geht dazwischen. Der Porno startet.

 

Tobi:
(lautstark)
Es reicht mir jetzt, ihr zwei zieht hier schlagartig aus.

 

Patrick und David schauen sich kurz an und gehen dann auf Tobi los.

 

Währenddessen klopft es öfter an der Tür, aber keiner der drei reagiert.

Nach mehreren klopfen hört man wie jemand am Schloss herum werkelt und dann die Wohnung betritt.

 

Im Zimmer steht plötzlich ein alter Mann mit zerzausten grauen Haaren und einem langen Vollbart. Sein Gesicht ist von Falten gezeichnet und einer Narbe über dem rechten Auge. Er trägt ein weißes T-Shirt und Jeans. Er sieht Tobi, Pat und Dave kurz zu und räuspert sich dann.

 

Patrick:
(außer Atem) 
Verdammt wo kommt der alte Knacker plötzlich her?
 
David:
Das ist ein Mörder, schaut in seine Augen.
 
Alter Mann:
Ich hatte echt viel erwartet. Aber dass ich mit anschauen muss, wie sich 3 erwachsene Männer prügeln, währenddessen ein Porno läuft, übersteigt meine schlimmsten Fantasien.
 
Patrick:
Wer zum Geier sind sie überhaupt?
 
Alter Mann:
Ich? Ich bin euer Vater.
 
David:
Der war gut, der sitzt im Knast.
 
Roland:
Ich wurde heute wegen eines Verfahrensfehlers entlassen. 
Dank eines Typen Namens Linszke, oder so.

 

Alle schauen sich eine Weile an.

 

Roland:
Na, wollt ihr euren alten Vater nicht umarmen?
 
Patrick:
Vergiss es.
 
David:
Ums Verrecken nicht.

 

Tobi steht auf und umarmt ihn.

 

Roland:
Wer auch immer du bist, danke schön. 
Seit vielen Jahren ist das die erste Umarmung von vorne.

 

Alle schauen ihn angewidert an, Tobi nimmt die Hände von ihm.

 

Roland:
(räuspert sich) 
Na, ihr wisst schon was ich meine.

 

Unangenehme Stille.

 

Roland:
Knast-Vergewaltigungen.
 
Patrick:
(energisch)
Wir haben es kapiert!
 
 Roland:
Also, meine Jungs? Wie war die Zeit ohne mich?
 
Patrick:
Bevor ich dir auch nur eine Frage beantworte, wie hast du uns ausfindig machen können?

Roland:
Nach der Entlassung aus dem Knast hab ich nach eurer Adresse gefragt und da bekam ich die hier genannt.
 
Patrick:
Was? 
(geht ans Fenster und beobachtet die Passanten)
Wer hat dir diese Adresse gegeben? Eigentlich weiß niemand, dass wir hier wohnen, wir sind offiziell obdachlos.
 
Roland:
Dieser komische Bulle, Linszke.
 
David:
Ich schätze du meinst Linaschke.
 
Patrick:
(schaut mit zusammengekniffenen Augen aus dem Fenster)
Ich glaube ich kann ihn da unten sehen, er sitzt dort drüben im 
Café und trinkt nen´ Cappuccino, halt nein wartet, Café Latte.
 
Roland:
Lass ihn doch, der kriegt uns nie, der wird an der kurzen Leine gehalten und untersteht so einem eingebildeten Jüngling. 
Der macht uns keine Probleme.
 
David:
Warum sollte er uns denn Probleme machen? Wir müssen ab sofort sauber bleiben.
 
Roland:
Heißt das etwa, dass ihr alles vergessen habt was ich euch eingebläut habe? Die drei goldenen Regeln:
Erstens­: „Hast du was bist du was, am Ende interessiert keinen wo das Geld herkommt.“
Zweitens: „Jeder ist sich selbst der nächste.“
Und drittens: „Manchmal ist Geld wichtiger als Familie.“
Darum habe ich auch eure Mutter verlassen und euch mitgenommen, da ihr Potenzial hattet Geld einzubringen. Sie dagegen war einfach viel zu nett und weich.  
 
Patrick:
Vergiss es, unser letztes großes Ding ist gegen den Baum gefahren, darum haben wir uns dazu entschieden erstmal auf legale Weise Geld zu verdienen.
 
 Roland:
(entsetzt) 
Das ist doch nicht euer Ernst. Ich hab hier ne´ Liste mit zukünftigen Aufträgen, die muss abgearbeitet werden. Die hab ich im Knast geschrieben und macht uns reich.
(gibt eine lange Liste an Patrick.
Patrick:
(liest eine Weile)
Über die Hälfte der Geschäfte, die hier drauf stehen existieren bereits nicht mehr und was soll das hier heißen?
(versucht es zu entziffern)
Renato das Blasen beibringen?

 

Roland entreißt ihm die Liste.

 

Roland:
(laut) 
Ich war der Verantwortliche für die Musikinstrumente.
 
David:
Aber sicher doch. 
(lacht los)
 
Patrick:
Musikinstrumente. Ich versteh schon. 
(lacht Roland ebenfalls aus)

 

Roland wird wütender.

 

Tobi:
(lacht nun auch) 
Du Schwuchtel.

 

Patrick und David hören sofort mit lachen auf.

 

Roland:
 (springt wie ein Tier auf ihn)
Ich mach dich kalt.

 

David hält ihn zurück.

 

Tobi:
(verängstigt)
Was denn?
 
David:
(hält Roland weiter zurück) 
Entschuldige dich, auf Schwule hat er eine Riesen Wut.
 
Tobi:
OK, Sorry. Tut mir leid. Willkommen im Jahr 2020. In der Zeit in der du eingesessen hast, hat sich so einiges verändert.
Die dürfen heiraten, sind in der Politik, machen Musik und halten Paraden ab.

Roland:
Ich hab selten etwas Schlimmeres aus dem Mund eines Mannes gehört und ich war dabei als Renato nen´ Dreier hatte....unfreiwillig versteht sich.
 
Patrick:
(holt sein Portemonnaie raus)
Gut, das waren jetzt schon 2 Knasthorrorgeschichten.
Ich besorg uns erstmal Alkohol.

 

Patrick bleibt an der Tür stehen.

 

Patrick:
Hey Dave, oder Tobi, könnt ihr mir Geld leihen?
 
David:
Ich bin blank.
 
Tobi:
Ich habe mein letztes Geld für Batterien ausgegeben.
 
David:
So eine Verschwendung.
 
Tobi:
Als du vorhin gespielt hast war es noch das Beste auf der Welt.
 
Patrick:
Vater du?
 
Roland:
Nein nichts. Renato brauchte…
 
Patrick:
Schluss mit diesen Renato Geschichten.
 
Roland:
Schon gut, schon gut. Aber ich hätte eine Idee, wie wir an etwas Geld kommen könnten.
(grinst hinterhältig)
 
Patrick:
(reibt sich sein Gesicht) 
Na los, sag uns einen deiner Pläne.
 
Roland:
(freut sich wie ein kleines Kind) 
Ich dachte schon du fragst nie.
(holt einen Zettel hervor)
Wisst ihr was ich hasse?
 
Tobi:
(ganz schnell)
Schwuchteln?
 
Roland:
Das auch mein zurückgebliebener Freund, aber noch schlimmer sind diese Bonzen.
 
Tobi:
(gibt ihm Recht) 
Ich finde Gold und Silber auch besser.
 
Roland:
Nicht Bronze, sondern Bonzen. Reiche Menschen ohne jegliches Talent. Sie sind einfach nur reich auf die Welt gekommen, während wir hart für unser Geld arbeiten müssen.
 
Patrick:
(wirft etwas ein)
Wir waren eigentlich nie hart arbeiten. Von klein auf an, wollten wir mit Betrügereien, oder anderen krummen Dingern schnell an Kohle kommen.
 
Roland:
Man muss seine Karten so spielen wie man sie bekommt, oder man zaubert ein paar Asse aus dem Ärmel, um sich einen Vorteil zu verschaffen.
 
Tobi:
Wir könnten uns auch alle einen Job suchen.
 
Roland:
(droht ihm)
Jetzt reicht’s mir langsam mit dir.
Du bist nur noch am Leben, weil wir deine Wohnung als Versteck brauchen, sei dir dieser Tatsache immer bewusst.
Zurück zum Thema. Es gibt immer mehr alte Menschen in Deutschland, arme Menschen aber auch reiche. Wie können wir uns das zu nutzen machen?
 
Tobi:
Wir beantragen Rente?
 
Roland:
(fassungslos) 
Bist du schon so auf die Welt gekommen oder hat deine Mutter während sie dich ausgetragen hat von Contergan genascht?
 
Tobi:
(grinsend) 
Ich bin in einem Waisenhaus großgeworden und wurde täglich einmal verprügelt.
 
Roland:
Das erklärt so einiges.
 
David:
Wir rauben die alten Menschen also aus, richtig?
 
Roland:
Für den Anfang ja. Wir brauchen schließlich Startkapital, um dann die richtig großen Dinger durchzuziehen.
 
Patrick:
Wie groß?
 
Roland:
Ein Schritt nach dem anderen, überlasst das Planen nur mir.
Also was ist jetzt? Wer macht mit?
 
Patrick:
Wir verletzen aber niemanden, verstanden?
 
David:
Ja, keiner darf zu Schaden kommen.
 
Roland:
Versprochen. 
(zieht ein Jagdmesser aus seinen Schuh)

 

Alle 3 schauen auf das Messer.

 

Roland:
Das ist nur zum Einschüchtern da.
 
David:
Das nehme ich lieber, bevor noch jemand verletzt wird. 
(greift langsam nach dem Messer)

 

Roland schneidet ihm in die Hand.

David zieht die Hand zurück.

 

David:
Bist du jetzt völlig bekloppt?
 
Roland:
(wischt das Blut vom Messer)
Niemand fasst mein Messer an. Ist das klar?
 
Tobi:
(eilt herbei)
Hier nimm das, damit kannst du die Blutung stoppen. 
(reicht Dave ein verdrecktes Tuch)
 
David:
Danke. 
(will es erst benutzen, lässt er dann aber sofort fallen)
Ist da Scheiße dran?

Tobi:
Nein das ist... tote Oma.
 
Roland:
Eine tote Oma sieht anders aus, glaubt mir.

 

Die 3 schauen ihn entsetzt an.

 

Roland:
(rechtfertigt sich schnell)
Ach, du meinst das Gericht „Tote Oma“ ja, so sieht es dann doch aus.
 
Patrick:
(schaut ihn lange an)
Langsam bezweifle ich deine ganzen alten Geschichten weshalb unsere Familie so klein ist.

 

David hat sich mehrere Taschentücher um die Wunde gewickelt.

 

David:
Können wir jetzt los machen?

 

Alle laufen Richtung Tür. Roland und Tobias befinden sich schon im Hausflur.

 

Patrick:
(bleibt stehen)
Jetzt hab´ ich doch glatt was vergessen. 
Kann ich kurz mit David allein reden?
 
Roland:
Ihr wollt euch den Porno doch nicht allein anschauen?
Ich dachte das machen wir später alle zusammen.
 
 Patrick:
Ich beantworte beide Fragen mit nein.
 
Tobi:
Dürfen wir schnell noch Sugar Mama einen Besuch abstatten?
 
 Roland:
Wer ist denn Sugar Mama?
 
Tobi:
Das ist so ne´ Oma Nutte die macht’s „for free“.

 

Roland überlegt kurz.

Patrick schließt die Tür.

 

David:
Was los? Doch den Porno?
 
Patrick:
Was? Nein!
Eine Frage. Willst du mit diesem Verrückten wieder einen auf Familie machen?
 
David:
(sein Gesicht verfinstert sich)
Nein, seit der Messerattacke gerade eben überleg ich mir, wie ich mich rächen kann.
 
Patrick:
Ich habe eine Idee. Um an Kohle zu kommen brauchen wir ihn und Tobi auch. Aber sobald wir dann das erste große Ding durchgezogen haben, verpfeifen wir sie an die Bullen. Na, wie klingt das? Bist du auf meiner Seite? Dann hätten wir Geld und die Wohnung hier.
 
David:
(unschlüssig)
Ich weiß nicht so richtig?
 
Patrick:
Weißt du noch, dass er uns manchmal in der Nacht mit einem Stock verprügelt hat und am nächsten Morgen meinte er wir hätten nur Böse geträumt?
 
David:
Ich weiß bis heute nicht was das sollte.
 
Patrick:
Für alles was er uns je angetan hat, wird er jetzt büßen.
 
David:
Und warum Tobi?
 
Patrick:
Du glaubst doch wohl nicht, dass nur ich diesen Plan habe? In diesem Moment wird er dort draußen Tobi auf seine Seite ziehen und das gleiche mit uns abziehen wollen. Aber wir sind schlauer und schneller. Bist du dabei Bruder?
(hält ihm seine Hand hin)
 
David:
Was würde ich nur ohne dich machen?
(schlägt mit ihm ein)
 
Patrick:
Du hättest mindestens 10 Menschen auf dem Gewissen und würdest wahllos durch Deutschland morden.

David:
(nickt) 
So etwas geht mir tatsächlich öfters durch den Kopf.


HAUSFLUR – ROLAND UND TOBI

 

Roland:
(setzt einen Satz fort)
…und die werden unsere Taten ausbaden und im Knast landen und wir genießen das freie Leben.
 
Tobi:
Ich stehe sowieso eher auf alte Männer.
 
Roland:
Hast du mir überhaupt zugehört?
 
Tobi:
Ja. Wir in Freiheit, die im Knast und keine schwule Liebe.
 
Roland:
Gut so. Du bist der Sohn, den ich immer wollte.
Ein leicht beeinflussbarer Sohn ohne eigenen Willen.
(umarmen sich)
 
Tobi:
(nickt)
Ohne eigenen Willen, ja.

 

Patrick und David verlassen die Wohnung.

 

Patrick:
Also los lasst uns Geld machen wie eine große Familie, ohne Hintergedanken.
 
Roland:
Und ohne krumme Dinger.
 
David:
Niemand verrät den anderen.
 
Tobi:
Und kein Sex untereinander.

 

AUSSEN – GEHWEG - ABEND

 

Die vier lauern in der erstbesten Nebengasse. 

Es ist bereits dunkel, die Gasse menschenleer und kaum beleuchtet. Ein alter Mann kommt ihnen plötzlich langsam entgegen.

 

Roland:
 (zückt sein Messer und schleudert ihn brutal an die Wand)
Her mit deiner Kohle du Wichser.
(schüttelt ihn durch)
Zwing mich nicht gewalttätig zu werden. Jungs, passt auf, dass uns keiner sieht.

 

Doch die Warnung kommt schon zu spät, wie aus dem nichts umzingeln plötzlich mehrere bewaffnete, vermummte Männer die vier.

 

Alter Mann:
Das wollte ich gerade auch sagen.
(lacht und zieht eine kleine Waffe)

 

Roland wird von dem alten Mann weggestoßen.

 

Alter Mann:
Lass mich los du Stück Scheiße.

 

Die vermummten durchsuchen Roland, Patrick, Dave und Tobi.

 

Einer der bewaffneten Männer:
Die haben nichts dabei. Außer ein Bild vom Pumuckel.
(lässt es fallen)
Igitt, da ist Sperma dran.

 

Alle schauen entsetzt Tobi an.

 

Tobi:
Ich steh halt auf rothaarige.
 
Alter Mann:
Meine Freunde, hört mir jetzt genau zu.
Das was ich hier mache, mache ich schon sehr lange und das auch sehr gut. Möchtegern Kleinkriminelle wir ihr seid einfach die leichteste Beute.
Ich gebe euch jetzt 2 Wahlmöglichkeiten. Erstens: Wir stechen euch hier und jetzt ab und lassen euch wie Schweine verbluten, oder Zweitens: Ihr arbeitet jetzt für mich und besorgt mir innerhalb der nächsten 3 Tage 2000 Euro.
Dann sind wir Quitt und ich vergesse ganz schnell, dass du mich gegen die Wand gepresst hast. Na, wie klingt das für euch?
 
Roland:
(ängstlich) 
Geht in Ordnung. Wir besorgen die Kohle.
 
Alter Mann:
Gut.
 (lächelt) 
 Sehr gut.
Das Geld bringt ihr an diese Adresse. (gibt ihm einen Zettel)
Ihr klingelt einfach bei Heinrich von Schwahnsee.
 
Tobi:
Steht bei ihnen der ganze Name an der Türklingel?
 
Heinrich:
(zögert kurz, antwortet aber trotzdem)
Ja tut er.
 
Tobi:
Cool. Ist das ne´ Sonderanfertigung?
 
Heinrich:
(gereizt) 
Nein.
 
Tobi:
Darf ich das auch bei meiner Klingel machen?
 
Heinrich:
Nein.
 
Tobi:
Ach Menno.
 
Heinrich:
Wenn ich die Kohle in 3 Tagen nicht bekomme, verspreche ich euch, wird das kein schönes Ende nehmen.
So, und jetzt verzieht euch, ich muss zu meinem Termin.
(klopft sich seine Sachen zu Recht)
Unglaublich, da fasst dieser Neandertaler einfach meine feinen Designer-Klamotten an.

 

Heinrich von Schwahnsee läuft gemütlich von Dannen.

 

David:
(durch den Wind)
Na Klasse, na Klasse, na Klasse.
Das fängt ja gut an. Wo sollen wir nur so schnell so viel Kohle herbekommen? Kann mir das mal einer verraten? Wir hätten uns nie mit dir einlassen dürfen!
(zeigt auf seinen Vater)
 
Roland:
(hebt schützend die Hände vor den Körper)
Beruhig dich gefälligst und überlass das mir. 
Die werden nicht einen Cent von uns bekommen.
Die haben sich mit dem falschen angelegt, Roland Fuchs arbeitet für niemanden.
(zieht sein Messer)
Los jetzt, lasst uns ein paar alte Säcke abziehen.

 

ABBLENDE

 

Folge S1.F2. - "Krieg"


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Folge S1.F3. - "Sugar Mama"


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